Kot im Auge des Amtsarztes - oder wo wohnen Nagetiere

Florian Lamp
26.07.2011

 

Die Lübecker Nachrichten berichten über ein sehr interessantes Wohnungsbauprojekt für „die kleine Haselmaus“ in Bad Schwartau. Zwar sei „Bislang []nicht bekannt, wie viele Haselmäuse im Bereich Bad Schwartau heimisch sind“, aber das solle sich jetzt ändern. Die Haselmaus ist streng genommen gar keine Maus, sondern ein Bilch, also ein hornähnliches Nagetier wie der Siebenschläfer – und schläft auch ähnlich lange von Herbst bis April.

Die Eigenheime der Haselmaus sind mit allem Pipapo ausgestattet, zum Beispiel einem „Eingangsloch auf der Rückseite“, Klimaanlage und Carport und kosten 10 Euro pro Stück. Bevorzugte Lage eines „Haselmaus-Wohnhauses“ sind Grundstücke mit „Beeren- und Haselnusssträuchern“, wo sich die neuen Maushauseigentümer an Haselnüssen, „Früchten, Knospen und Blüten" gütlich tun können. Besondere Gartenpflege ist nicht unbedingt notwendig, denn es gilt für die Haselmaus dasselbe wie für John Rambo: „Im Gestrüpp fühlt sie sich wohl!“ (Nistkastenbestellung „telefonisch bei Klaus Kohl unter 26 625“)

Aber es gibt auch andere Wohnräume, die Nager lieben. Warum nicht mal mit dem VW-Bus durch Italien? Ein Traum für jede Maus, der für die Familie von Ute M. böse endete. Motorschaden, Abschleppen auf den Hof einer Werkstatt in Neumarkt Bayern und dann … dann kommen die Nager ins Spiel. Frau M. berichtet bildgewaltig in der Nürnberger Zeitung:

In dem Auto stank es bestialisch. „Aus den Armaturen kam Mäusekacke herausgerieselt.“ Hinter dem Radio habe es Nistmaterial gegeben — eine wahre „Gebärklinik“ für Mäuse war dort angesiedelt, so die Klägerin.“ Aber woher kamen die Mäuse? Der Werkstattbetreiber sagte: „So verhalten sich nur italienische Mäuse!“, doch Ute M. war sicher „Sie hüpften durch den Motor hinein.

Im Prozess einigte man sich auf einen Vergleich, denn Gerichtsbeisitzer Peter Hilzinger stellte treffend fest: „„Wir sind zwar keine Mäusesachverständigen, aber jede vernünftige Maus nimmt Reißaus, wenn ein Auto bewegt wird“. Das spreche also für einen Mäusebefall während der Abstellzeit auf dem Parkplatz.

Wenn sich Peter Hilzinger da mal nicht irrt, denn wenn Nagetiere Reißaus nehmen, wenn ein Auto bewegt wird, wie kann es dann sein, dass sich in Grevenbroich in Gruppenräumen der KITA Hartmannsweg Kot fand, „der von Mäusen oder kleinen Ratten stammt“?

Anscheinend schreckt Lärm keinen Nager. Nach diversen Nagerbekämpfungsmaßnahmen durch einen Kammerjäger und das Fangen einer Maus stellt Gesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr (der sich im übrigen auch als fantastischer Autor und Vorträger bzw. Lesarzt einen Namen in Grevenbroich und Umgebung gemacht hat. Man höre nur seine diversen Podcasts zu Themen wie "Trink noch ene mit") nun aber – auf leicht ekelige Art und Weise fest: „Kot gibt es nicht mehr. Wir werden das Thema aber weiter im Auge halten." Igitt!

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