Zwei filmische Meisterwerke des GROSSKONZERNs

Florian Lamp
21.06.2010
Ein Abend in der GROSSKONZERN-Bibliothek

Der GROSSKONZERN präsentiert dank Unterstützung von Meisterregisseur Jörg Hommer gleich zwei neue Blockbuster.

 

a) http://vimeo.com/11967579 : GROSSKONZERN-Lenker und Szene-Typ Florian Lamp erklärt die Welt und wozu sich "Deutsch für dén Ausländer" sonst noch so eignet - alles in einer fahrenden U-Bahn.

 

b) http://vimeo.com/12578520 : GROSSKONZERN-Kunstmaler und Ex-Art Director Hldrich Johannes auf ganz neuen Vertriebswegen am Kotti und vor Kaisers.

GROSSKONZERN erobert Ungarn

Florian Lamp
01.06.2010
Solymar 2010: Károly Varga überreicht "Deutsch für den Ausländer" feierlich an eine nette Bibliothekarin.

Endlich ist es so weit! Nach den USA, Österreich, der Schweiz, Spanien, Teneriffa, Italien (Ciao Bello, Marco!) und Georgien hat der GROSSKONZERN auch Ungarn erobert.

Herr Károly Varga, seines Zeichens vielleicht einer von sieben ungarischen Olympia-Siegern in Moskau 1980 im Schießsport "Kleinkaliber liegend" (laut Wikipedia stellte er den damaligen Weltrekord ein und das alles, obwohl er sich kurz zuvor noch seine Schusshand gebrochen hatte!), übergab im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit ein Exemplar von "Deutsch für den Ausländer" an die Bibliothek in Solymar, einen kleinen Ort im Speckgürtel Budapests.

Dank unseres Buchs in Solymar wird bald kein deutscher Tourist mehr folgende Frage stellen: "Beszél itt valaki németül?"

Bleibt dem GROSSKONZERN auf seinem internationalen Feldzug nur eines: Köszönöm, Károly!

 

GROSSKONZERN zittert vor Mario Barth

Florian Lamp
31.05.2010
Im Zeichen der Angst vor Mario Barth

Da freut man sich, dass man bei gmx auf der Startseite für "Deutsch für den Ausländer" gelobt wird, aber dann eicht die Freude dem Entsetzen und der Angst vor einem Mann, der zu den ganz Großen und Mächtigen in diesem Land gehört: Mario Barth.

Und dabei hatten wir in "Deutsch für den Ausländer" doch nur geschrieben, dass er so erfolgreich wie Hitler ist. Lieber Mario Barth! Entschuldigen Sie vielmals. In Anbetracht der Tatsache, dass Sie wie der GRÖFAZ einst das Berliner Olympiastadion gefüllt haben, sind uns beim GROSSKONZERN dieGäule durchgegangen: Selbstverständlich sind Sie noch erfolgreicher als Hitler, denn schließlich haben Sie Polen noch nicht überfallen.

Besten Dank dafür und auch für Ihr Verständnis!

Florian Lamp / Verleger GROSSKONZERN

 

3 Tage ungewaschen dank Roland Emmerich

Florian Lamp
29.05.2010

Nachdem Roland Emmerich zunächst blasse rothaarige Frauen gesucht hatte, dann körperlich Behinderte mit nur einem Arm oder appem Auge, ist er jetzt bei mir angekommen. 33 Jahre alt, Verleger - die Casting-Agentur "Filmgesichter" denkt, das ich jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen soll und Emmerichs Shakespeare-Film, der gerade in Babelsberg gedreht wird, retten soll.

Einzige Bedingung: Bitte ab Eingang der Mail nicht mehr rasieren und auch nicht mehr die Haare waschen - die Engländer sind anscheinend dreckige Menschen. Erscheinungstermin am Set ist 5:30Uhr morgens. Na schönen Dank, Herr Emmerich!

Im Einkleidezelt angekommen, muss ich mein T-Shirt ausziehen und werde dafür in ein weißes Leinenhemd und eine Taxifahrer-Joppe gesteckt. So sahen die also aus damals, die Leute. Andere trifft es besser, die bekommen anderer Leute durchgeschwitzte Kostüme und sitzen dann als "Nobles" im Theater, in dem eine Szene aus Richard III gedreht wird.

Ein junger Mann, der sonst nix zu sagen hat, heute aber was sagen darf, sagt uns, dass wir ihm nachkommen sollen, immer, wenn nach den "VIP-Statisten" gefragt wird. Ich freue mich über diese Auszeichnung und esse ein Fleischsalatbrötchen. Ein anderer VIP-Statist fragt mich, ob Emmerich den Deutsch könne, noch ein anderer schwärmt vom Dreh mit Tom Cruise, bei dem das Catering hervorragend war und davon, dass es ihm dort auch gelang, sich in SS-Uniform ablichten zu lassen.

Das Foto habe er dann - da war er schon ein bisschen stolz drauf - seiner Klasse in Lichtenberg gezeigt, die er als Sozialarbeiter betreut. Heute ist er nicht so gut drauf, denn heute werden hier Massenszenen gedreht und er hasst Massenszenen. Ganz schlimm war es beim "Baader-Meinhof Syndrom" als er dem Schah zujubeln musste - da mache er doch lieber bei SOKO Wismar mit, das sei angenehmer und wo bitte sollten in Wismar Massen für Massenszenen herkommen?   

Wir stehen jetzt auf einer vermatschten Gasse in Sperrholzkulissen, sind Bauern und eine Makeup-Frau kommt vorbei und schmiert uns Dreck ins Gesicht. In der Szene, die jetzt gedreht wird, wollen wir alle ins Theater, werden aber nicht eingelassen, weil wir zu spät sind, weil wir Bauern sind oder weil Roland Emmerich das so will - egal.

Mit zwei umstehenden Co-Bauern unterhalte ich mich über die verfahrene Situation. Der eine behauptet, er habe doch Karten bei Myspace gewonnen, der andere versucht sich zum Türsteher durchzukämpfen und behauptet, er kenne den Theaterbesitzer, während ich erzähle, im Radio sei eine Spitzenrezension über das Stück gelaufen. Ändert alles nichts: Wir stehen dumm rum und kommen nicht rein. Das ganze Rumstehen dauert gut eine Stunde und 5 Drehversuche.

Mit den Co-Bauern ergreifen wir die Chance zur Flucht und folgen dem Aufruf, ins Theater zu gehen. Oberrang! Wir nehmen Platz, der Lautsprecher Emmerichs peitscht uns ein und sagt uns, was zu tun ist ... und eine Frau vom Filmteam kommt und sagt mir, ich sei zu hel gekleidet und solle nach hinten verschwinden, wo eine andere Frau steht, die mir sagt, ich solle gleich zurück ins Aufenthaltszelt gehen. Ich esse ein Käsebrötchen mit zwei Radieschenscheiben darauf.

Ich esse ein Brötchen mit Frischkäse und zwei Tomatenscheiben darauf. Ich esse ein Brötchen mit Salami darauf. Ich essen ein Brötchen mit Schinken und Mayonnaise darauf und ich esse noch ein Brötchen mit Käse darauf. Es passiert nichts. Neben mir in der Sonne sitzen andere nutzlose Bauern. Der SS-Offizier hat Kreislaufprobleme und geht (5 Euro Fahrtgeld), ein Bauer erzählt, die Bundesregierung drucke bereits seit 1,5 Jahren neues Geld, weil der Euro abgeschafft werde ("Aber keine D-Mark!") - hat ihm sein Schwager von der Leipziger Bundesdruckerei erzählt. Ein hauptberuflicher FAZ-Zeitungsabo-Verkäufer präsentiert seine Zahnlücke ("Hab extra die Brücke rausgenommen für den Dreh - hier sind eh viel zu viele mit viel zu guten Zähnen!") und ein sympathischer alter Zausel macht Sudoku-Rätsel und erzählt, er töpfere am Kleistpark ("Spiegelumrandungen und so.")  

Nebenbei rauche ich ein Päckchen Zigaretten auf Ex und lese zwei Bücher durch, wenn ich nicht gerade ein Brötchen mit _______________ (Lücke bitte selbst ausfüllen) esse.

Nach nur 3 Stunden ist große Pause. Es gibt Suppe mit oder ohne Würstchen und ich habe keine Zigaretten mehr. In meiner Taxifahrerweste und dem Leinenhemd, das bis zum Bauchnabel offen ist, verlasse ich den Drehort und suche eine Möglichkeit, eine Cola, ein Snickers und eine neue Schachtel Zigaretten zu besorgen. Nach 20 Minuten finde ich eine Tankstelle, kaufe das Gesuchte und eile zurück zu meinen Komparsenfreunden.

"In der nächsten Szene versucht Ihr, einen Blick auf die Bühne zu bekommen." Dumm nur, dass wir dabei wieder im Matsch stehen müssen. Draußen vor er Tür. Und die drinnen dürfen beim vierten Durchgang Gemüse auf die Bühne schmeißen! Sauerei! Nach jedem neuen Dreh stehen neue Leute vor mir, die vorher noch hinter mir standen, jetzt aber gerne ins Bild wollen. Dabei steht die Kamera 100 Meter weit weg. Einige haben üblen Mundgeruch, versuchen aber dennoch schamlos mit vermeintlichem Filmwissen die umstehenden jungen und hübschen Bauernstatistinnen zu beeindrucken. Diese laufen schon deshalb nicht weg, weil die Kamera sie sonst nicht filmen könnte. Ein Teufelskreis!

Nach 4 Stunden stehen fangen auf einmal und ohne ersichtlichen Grund meine Knie an weh zu tun. Nach 6 Stunden zwickt mein Rücken. Die Stimmung vieler Bauern sinkt rapide, zumal Emmerichs Lautsprecher immer nach jedem Dreh verkündet "Ey, Leude! Noch eine Szene und dann ham wirs für heute!" Das Schwein lügt, findet auch der Mann mit dem Mundgeruch und ohne Filmwissen, aber die Bäuerin neben ihm sagt mehr zu sich selbst "Ich finde den total süß, den Jonas (=der Lautsprecher)."

Es werden Getränke gereicht und eine Palette Gemüse nach der anderen herangekarrt, die dann die Leute drinnen auf den armen Darsteller Richard des Dritten schmeißen dürfen. Und wir müssen draußen stehen, auf den Zehenspitzen versuchen, einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Sauerei! Zwischen jedem Szenendreh muss die Bühne vom Gemüse gereinigt werden. Mich würde interessieren, ob die Leute, die da kehren, im Filmjargon auch eine ganz eigene Berufsbezeichnung haben. Bestimmt sowas wie Personal Assistant Vegetables oder so.

Zu 25. Mal ist die letzte Szene im Kasten ... jetzt nur noch eine vorm Theater. Von oben drauf gefilmt zu sehen: Bauern, die mit dem Ruf "Off to Essex House" aus dem Theater stürmen. Aber vorher muss der Matschboden noch einmal gewässert werden - von Herrn Emmerich persönlich überwacht und von einem der anwesenden Feuerwehrleute ausgeführt. Schließlich regnet es in England immerzu und Pflastersteine sind auch noch nicht bekannt zu Shakespeares Zeiten.

Um 21:30 Uhr dann ist es aus aus aus. Viel hätte wirklich nicht mehr gefehlt, bis ich narrisch geworden wäre. Ich gebe mein Kostüm ab, gehe zurück zu meinem Auto und frage mich, in welcher Szene genau jetzt Herr Emmerich die Aliens die Erde vernichten lassen wird.

 

Link des Tages - 18. Mai

Florian Lamp
19.05.2010
Die Bilder des Heldrich Johannes - Bitte anklicken!

Auch die Süddeutsche Zeitung kann online nicht ohne den GROSSKONZERN auskommen und veröffentlicht bei den Bildern des Tages am 17. Mai vier Kunstzeichnungen des bekannten Kunstmalers Heldrich Johannes. Und dem GROSSKONZERN fällt das dann einen Tag später auf ...

Ein dreifach Hoch dem Heldrich!

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