Der Biber als Hamster unter den Bänkern

Florian Lamp
20.05.2011
Der böse Hamsterbiber der ING Direct

Im neuen Werbe-Spot der ING Direct zeigt sich ein "Biber" von seiner Hamsterseite. Das heimtückische Biest verwehrt einem "Mull oder Maulwurf" - so die Fachleute des Nagetier-Blatts Horizont.net - einen Ast-Kredit. Brutale Folge dieser Unart: Das kleine, um Äste bittende Nagetier erfriert elendiglich in seinem Kajak.

Die ING Direct will anders sein und damit sagen: "Auf dringende Anfragen müssen Banken schnell reagieren!", oder in Englisch "A Decent Way to do Banking", aber andererseits ist die Geschichte nicht wirklich stimmig.

Allererstens: Der Biber ist nicht böse (vgl. Dr. Kurt Floerickes "Aussterbende Tiere")! Es muss sich im Werbespot daher EINDEUTIG um einen Wasser-Hamster (Cricetus frumentarius aquarium, entdeckt von "Nagetiere"-Herausgeber Jan Neersö) handeln.

Erstens: Muss das um Ast-Kedite bittende Kleinnagetier wirklich mit einem schnittigen Kajak bei der Biber-Bank vorfahren? Warum diesen Sportwagen nicht zu Geld bzw. zu Ästen machen?

Zweitens: Es erscheint doch sehr fragwürdig, dass ein Mull oder ein Maulwurf  Kajak fährt.

Drittens: Denken die Werber in London wirklich, dass ein Mull oder Maulwurf ein "Haus" bauen möchte. Weder Mull noch Maulwurf wohnen in aus Ästen gebauten "Häusern". Vielmehr weiß jedes Kind, dass Sie in Höhlen wohnen. Wenn ich Biber wäre und eine Bank besitzen würde, sollte ich doch spätestens, wenn mir ein Mull oder Maulwurf mit der Bitte um "Äste für ein neues Haus" kommt, die Alarmglocken läuten hören. Hier muss es sich um ein hochgradig verwirrtes und damit bestimmt nicht geschäftsfähiges Tier der Gattung Maulwurf oder Mull handeln.

Viertens: Wenn es wirklich um ein Haus geht, hätte man als Tierkundler besser eine Termite wählen sollen, wobei diese Insekten bestimmt kein Holz vom Biber brauchen, sondern sich ihr Holz selbst (z. B. durch Hausbesetzungen) besorgen.

Fünftens - Ein Vorschlag für nächstes Mal: Welches Lebewesen wohnt in Holzhäusern? Und welches Lebewesen fährt Kajak? Liebe Werber von der Londoner Agentur Beattie McGuiness Bungay (BMB): Warum habt Ihr keinen Schweden oder generell einen Skandinavier genommen, der beim Biber vorbeirudert und nach Ästen (besser: nach Stämmen!) fragt? 

Bei Fachfragen steht der GROSSKONZERN Horizont.net oder der ING Direct jederzeit zur Verfügung.

  

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